Jeanloup Sieff
Im Schatten der Linie
28. September bis 16. Dezember 2017

Natur und Landschaft, Mode und Akt: Der französische Fotograf Jeanloup Sieff bewegte sich in allen Genres virtuos und gehört damit zu den ganz Großen der Fotografie-Geschichte. Die Ausstellung „Im Schatten der Linie“ wirft mit insgesamt 48 Werken einen umfassenden, sehr persönlichen Blick auf das Werk Jeanloup Sieffs und zeigt ihn als einen Künstler, der mit der Wahl des Weitwinkelobjektivs nicht nur einen auffallend filmischen Ansatz verfolgt, sondern mit seinem ungewöhnlichen Einsatz von Licht und Schatten auch die Grenzen der Schwarz-Weiß-Fotografie auslotet.

Jeanloup Sieffs „Vergnügen an verrücktem Licht, das Vergnügen, Formen sichtbar zu machen, Räume und Begegnungen zu komponieren“ – so beschrieb der Künstler selbst seine Herangehensweise – wurde zu seinem Markenzeichen. Die Ausstellung "Im Schatten der Linie" bündelt seine Freude am Fotografieren, seine ungewöhnliche, oft auch humorvolle Bildsprache und zeigt eine Zusammenstellung von Landschaften, die zum Träumen einladen, und Akte voller Poesie aus den späten Sechzigern bis in die Neunzigerjahre.

Selbst kargen Wüstenlandschaften im kalifornischen Tal des Todes gewann Jeanloup Sieff in seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen weiche Konturen ab. Ob Sanddünen oder zerklüftete Felsen, ob eine Rückenansicht oder weiblicher Akt: Er komponierte seine Sujets zu einem Auf und Ab der geschwungenen Linien, der fließenden Strukturen, nur um dann mit harten Kontrasten und einem feinen Spiel von Licht und Schatten wieder neue Perspektiven zu eröffnen. In seinen Aktaufnahmen inszenierte der Fotograf pure Weiblichkeit und Jugend mit einem liebevollen Blick für Details und intime Arrangements. So wird die Ausstellung zur Entdeckungsreise, man gelangt von malerischen Sanddünen, über anmutig hingegossene Felsen, entlang wohlgeformter Hintern und Brüste, hin zu eleganten Rückenansichten. Geleitet wird das Auge des Betrachters bei dieser Reise durch klare Formen, Linien und Schattenspiele, die sich durch die Fotografien ziehen.

Jeanloup Sieff, Sohn polnischer Einwanderer, entdeckte im Paris der 40er Jahre seine Leidenschaft für Fotografie, als er zu seinem 14. Geburtstag eine Kamera als Geschenk in den Händen hielt. Seinen Durchbruch schaffte er nur wenige Jahre später, mit einem Auftrag der französischen Elle. Schnell las sich die Liste seiner Auftraggeber wie das Who is Who der Hochglanzmagazine: Vogue, Esquire, Paris Match oder Harper’s Bazaar. So wundert es nicht, dass Sieff besonders als Modefotograf im Gedächtnis blieb, eine Kategorisierung gegen die er sich allerdings zeitlebens wehrte. Denn neben den bekannten Modefotografien entstand ein umfassendes Werk an Reportage-, Porträt-, Akt- und Landschaftsfotografien. Stets suchte sein Blick durch die Linse die besondere Form, das Zusammenspiel von organischen Elementen.

Zur Ausstellung erschien eine Publikation in limitierter Auflage von 200 Exemplaren.

Ausstellungsdauer: 28. September bis 16. Dezember 2017
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag, 13 - 18 Uhr u.n.V.

 

Pressemitteilung JEANLOUP SIEFF

Weitere Informationen über den Künstler:

Jeanloup Sieff - Reportage aus dem Jahre 1987